St. Petersburg 2013

 
 

Sankt Petersburg erleben und das Sehen, was dem normalen Touristen verborgen bleibt


SAMSTAG:
Gleich zum Anfang die gute Nachricht. Alle die nach Rußland rein wollten, durften auch wieder nach Deutschland ausreisen. Reisegruppenstärke: 7 Frauen und 13 Männer.
Startpunkt Samstag an der großen Anzeigetafel im Terminal 1 und gleich die erste Lernstunde „Wie checke ich mich und mein Gepäck ein?“
Hat alles wunderbar geklappt und so kamen auch alle in den Flieger. Nach knapp 3 Stunden Flug und 2 Stunden Uhrenzeit-Vorstellung, landeten wir in Sankt Petersburg am Flughafen Pulkova.
Dort nahm uns unsere Reiseführerin Irina in Empfang, eigentlich „Hausfrau und Mutter mit geschichtlichen Hintergrund“ wie es selbst beschrieb und wie wir schon früh feststellten, ganz schön untertrieb.
Die andere gute Seele war unser Reisebusfahrer Serge, umsichtig und vorausschauender Fahrer, der uns überall gut absetzte und wohlbehalten wieder am Hotel zur Ruhe schickte.

So begann das Abenteuer zu Lande, zu Wasser, zur Luft und Untertage.
Das Erste was wir nun lernten (neben der Russischen Sprache) das in Rußland halt alles etwas größer ist. Sankt Petersburg hat 5 Millionen Einwohner und so eine Straße, die hier dann Prospekt heißt, kann dann auch schon mal 11 Km lang sein. Die führte uns dann auch schnell durch die Zeitgeschichte vom Flughafen im Jahre 2013, über Breschnew 1960, Stalin 1950, den großen Vaterländischen Krieg 1941, zur Oktoberrevolution 1917, ins Stadtzentrum aus dem Jahre 1720.
Die verschiedenen geschichtlichen Stadtgrenzen markieren hier die Stadtkanäle, die sich wie ein Halbring um das alte Stadtzentrum konzentrieren.
Am Hotel Arbat angekommen wurde nur schnell alles aufs Zimmer gebracht und schon ging die erste Stadtrundfahrt zum Smolny Kloster. Hier bekamen wir unsere erste Vorstellung, was für „Goldene Zeiten“ uns noch erwarten werden. Denn das lernten wir auch wieder: Alles was in Rußland nach Gold glänzt, ist auch Gold“.
Zwar nicht mehr am Original-Anlegeort aber noch immer im Originalzustand konnten wir den Panzerdeckkreuzer „Aurora“ leider nur von außen betrachten. Am Abend des 25. Oktobers gab die Aurora mit einem Platzpatronenschuss aus der Bugkanone das Signal für den Sturm auf das Winterpalais, den Sitz der Provisorischen Regierung in Sankt Petersburg, durch die Bolschewiki. Der Sturm gilt als Beginn der russischen Oktoberrevolution.
Soviel Geschichte macht hungrig und somit kam die nächste Russische Lernstunde. Unangemeldet mit 20 Leuten im eigenen Hotelrestaurant zu erscheinen, erzeugt Panik. Da man auch so eine Flut von Gästen nicht eingestellt war, blieb uns nur die Flucht in die städtischen Esslokale.
Leider leichter gedacht als getan. Denn das Kyrillische bereitet einem doch so manche Probleme und damit teilte sich die Gruppe auf. Der Eine versuchte sein Glück beim Armenier, der Andere beim Russischen „Mac Donald“ Teremok, aber alle kehrten gesättigt wieder ins Hotel.
Wer jetzt noch nicht genug hatte, konnte sich um sein geistiges Seelenheil kümmern. Es war schließlich Ostersamstag und die gegenüber liegende Kirche versprach einen 2 Stündigen Gottesdienst. Danach war gemeinschaftliches Wandern mit dem Popen um die Kirche angesagt.


OSTERSONTAG:
Im Frühstückssaal schlug der sozialistische Sicherheitsapparat in Form eines Fotoverbots zu und mit der Androhung des Kaffee-Entzuges. Ernste Miene und strenge Blicke mischten sich mit Frühstückseiern mit Heiligenbildern.
Der Besuch der Eremitage stand an und es schlug die Stunde unserer Reiseleiterin Irina. Die selbst erklärte Hausfrau erschlug uns mit Informationen aus Geschichte und Kunst und drückte einen damit an die Wand. Es wurde alles gesagt, erläutert und beantwortet, sodaß wir uns daran gewöhnten nun öfters „OOOOOOOOOOOhhhhhhh“ zu sagen.
In Punkto Uhren sah es etwas Mau in der Eremitage aus. Man sah zwar die eine und andere Kaminuhr und von Strasser gab es auch eine Uhr, wir hatten hier aber wohl etwas mehr erwartet.
Lichtblick und Höhepunkt war die sogenannte Pfauenuhr.
Die rund drei Meter hohe Automatenuhr des Heilbronner Goldschmieds, Uhrmachermeisters und Erfinders James Cox ist die einzige Automatenuhr dieser Größe aus dem 18. Jahrhundert, die bis heute im Originalzustand erhalten ist und funktioniert. Ein absolut geniales Stück Feinmechanik aus einer Zeit, als Menschen- und Tierautomaten eine Sammelleidenschaft des Hochadels waren.
Die Wiedergabe der Einzelheiten dieses Stückes würde hier den Rahmen sprengen und Details wird wohl noch jeder im Internet nachlesen.
Ansonsten erschlug die Eremitage die Besucher mit ihrer Pracht, dem Gold, den Edelsteinen und der gewaltigen Ausmaße des Gebäudes.

Zum Mittagessen ging es ins „Demidow“ Restaurant, am Fontanka Kanal und über Vorspeise, Suppe, Hauptgericht, Nachspeise und anschließenden Kaffee konnte sich wohl keiner beklagen.

Da die Sonne hier erst nach 22:00 Uhr die Anstalten macht sich zu verabschieden, blieb jetzt noch Zeit sich die 4. Größte Kuppel-Kathedrale anzusehen – die Isaak-Kathedrale.
Auch hier ist alles größer und schöner. Tonnenschwere Eingangstüren und Säulen muß man erst durchschreiten bevor man die Pracht im Inneren sieht Und wie kann es sein, wir wissen es ja schon; Gold – Gold – Gold.
Auch hier erschlägt die Pracht einen und man die überwältigt OOOOOOOOOOOOhhhhh.
Durch den leichten Regen bedingt, sieht der Abend heute etwas dunkler aus und ein Jeder probierte wieder sein Glück in der Beschaffung seines Abendessens.


MONTAG:
Der Tag wollte sich wohl für den gestrigen Regen entschuldigen und so hatten wir schönsten Sonnenschein zum Wecken. Ziel war heute das Gebäude, was einem aus jeder Himmelsrichtung, auf Grund seiner langen, schmalen und goldener Turmspitze, sofort auffällt – die Peter-Pauls-Kathedrale.
Hier bekamen wir zuerst natürlich wieder ausführliche Basisinformationen von Irina, bevor Sie uns in die Hände unseres „Turmuhrenmeisters“ übergab, der die weitere Führung übernahm.
Zu Fuß ging es die Treppen hoch bis wir die erste Glockenetage erreichten. Kurze Erklärung was den Unterschied zwischen Russischen und Europäischen Glocken ausmacht und weiter auf die nächste Etage. Hier konnte man die Glockenorgel bewundern, womit auch Konzerte auf dem Hof beschallt werden. Da wir ja noch nicht die Turmuhr gesehen hatten, ging es noch eine Etage höher. Hier befand sich das Schmuckstück aus 1858 was noch immer seinen Dienst versieht.
Wer jetzt noch nicht hoch genug war konnte noch eine Treppe höher und dann Blick durch die 4 Ziffernblattfenster auf Sankt Petersburg genießen. Selbst Irina war hier zum ersten Male vor Erstaunen still, denn das bekommt wahrlich nicht jeder zu sehen. Erstaunlich vor allem was dieser Mann hier alles leistet und auch selbst herstellt um sein Schätzchen weiter am Laufen zu halten.
Wir verabschiedeten uns recht herzlich für so viel Begeisterung, die uns entgegen gebracht wurde und sahen uns am Boden wieder mit den gemeinen Touristen konfrontiert. Die Peter-Paul-Kathedrale ist schließlich auch die Grablegungsstätte der Zarenfamilie Romanow, was man hier mit beeindruckender Weise an den riesigen Sarkophagen sieht. Aus weißem Marmor gefertigt und zwischen 5 bis 6,5 Tonnen schwer sind diese Särge. Einzig die Särge von Alexanders II. und seiner Frau Maria Alexandrowna (aus Hessen) sind aus grünen Jaspis und rotem Quarz.
Nach soviel Kultur meldet sich natürlich auch der Hunger, welcher auf dem Inselrestaurant „Austeria“ gestillt wurde. Volle Breitseite was das Eßbesteck betrifft. Drei Messer rechts, 3 Gabeln links, vor Kopf ein großer und ein kleiner Löffel, drei Gläser und ein schmuckvoll gedeckter Tisch.
Hier ging jedenfalls keiner hungrig aus dem Lokal, wobei sich anscheinend aber auch einer von innen einschließen lassen wollte, warum – keine Ahnung.
Das Wetter zeigte sich von seiner sonnigen Seite und wir bewunderten die vielen Sonnenanbeter, die hier an der Außenmauer sich stehend badeten.
Spontan wurde bei so einem Zarenwetter die nicht geplante Bootsfahrt organisiert und es ging über Newa, Fontanka, Kryukov und Moyka bootsfahrend durch die Innenstadt.
Auch hier stand uns Irina mit Informationen zu der Geschichte und den Stadtpalais zur Seite und es blieb am Schluß nur noch das bekannte OOOOOOOOOOOOhhhhhh übrig.
Jetzt hatte jeder noch genügend Zeit um den Rest des Tages im Eigenversuch durch Sankt Petersburg zu erkunden. Hauptziel ist bei den meisten der Newsky Prospek, wo reizvolle Restaurant, Jugendstilhäuser und ein recht interessante Russisches Publikum sich rumtummelt.
Den Abend führte auch jeder in Eigenregie durch, wobei neben den nun schon bekannten Restaurants auch das Georgische ausprobiert wurde.


DIENSTAG:
Nicht mehr so sonnig wie gestern, aber trocken und gut empfing uns der Tag. Nachdem die Kaminuhren und Turmuhren auf der Liste standen, waren heute die Armbanduhren dran. Raketa, eine der letzten verbliebende Russischen Uhrenmanufakturen galt es in der Stadt Peterhof zu besichtigen. Dies bot sich natürlich an, denn Peterhof ist auch die Sommerresidenz, auf der Zar Peter der Große schon um 1704 sein Holzhaus errichten ließ – dazu aber später.
Von der einstigen riesigen Uhrenmanufaktur, dessen Hauptgebäude an der Hauptstraße liegt und nun anscheinend von Raketa komplett untervermietet ist, befindet sich auf dem Hinterhof, neben Autowerkstätten, nur noch ein kleiner Gebäudetrakt. Wo einstmals zirka 5000 Leute Uhren produzierten, sind heute noch knapp 50 Männer und Frauen da. Es glich einem lebenden Industriemuseum, was wir hier zu Gesicht bekamen. Man fertig auf alten Maschinen zwar alles selber und der Generaldirektor, der uns führte erwähnte auch, dass man mit auswärtigen Ingenieuren, aus dem alten Automatikwerk ein neues, flacheres Automatikkaliber entwickelt hat, aber auch dieser Zweig der Russischen Uhrenindustrie ist wohl zum Sterben verurteilt.

Raketa fertig alles selber und darf sich damit zu Recht „Manufaktur“ nennen, aber das Design und die Bearbeitungsqualität sind nicht auf dem Stand um auf dem Weltmarkt zu bestehen. Schade, denn gerade in der Zeit der knapp werdenden Schweizer Uhrwerke, dominierend von der ETA, wäre hier eine Alternative.

Wir verließen die letzte Russische Uhrenmanuaktur und besichtigten den opulenten Komplex, von dem dieser Ort seinen Namen hat – Peterhof.
Auf dem Weg zwischen Sankt Petersburg und der Festung Kronstadt mußte man hier Rast machen. Und da Zar Peter dieser Platz gefiel, errichtete man zuerst ein Holzhaus, aus dem durch weitere Umbauten der Peterhof entstand.
Es war zwar ein kurzes Anstehen angesagt, bevor wir unseren Fuß über die Schwelle setzen durften aber Dank unserer Anmeldung bekamen wir unsere persönliche Führung durch den opulenten Komplex der zaristischen Paläste.
Peterhof war im zweiten Weltkrieg Frontgebiet und wurde sehr stark beschädigt. Davon sieht man heute fast gar nichts mehr und dies verdankt man dem ungeheuren Einsatz der Restaurateure, die nach alten Fotographien alles wieder herstellen konnten.
War man aus der Eremitage schon große Räumlichkeiten gewohnt, so verschlang es einem dem Atem, als man hier die gewaltige Dimension an Räumen und den angrenzenden Gebäuden wahrnahm. Teils geschickt mit Spiegeln erweitert oder durch Goldverkleidungen in zusätzlichen Glanz versetzt, stand man vor eine Pracht, wo auch hier wieder das bekannte OOOOOOOOOOOOhhhhhh zu hören war.
Wenn man nun meinte man hätte alles gesehen, der wurde jetzt durch das ausgeklügelte Konzept von Wasserfontänen und Kanälen in der weitläufigen Gartenlage überrascht. Zar Peter bediente sich hier des Kopieren der Schloßanlage von Versailles, die ihn auf seiner Reise fasziniert und inspiriert hatte. Auch hier führte uns Irina wieder einmal erschlagend informativ durch die Anlage, wobei Technik (Wasserdruck ohne Pumpenleistung für die konstanten Fontänenhöhen auf verschiedenen Stufen) wie Geschichte und Baumeister, nicht zu kurz kamen.
Da etwas Spaß auch sein muß, durften wir auch die Überraschungsfontänen ausprobieren. Eigentlich ein Spaß für die jüngere kindliche Generation, was unsere Mitglieder im fortgeschrittenem Alter aber auch nicht abhielt sich mal feucht überraschen zu lassen.

Der Rückweg wurde in Angriff genommen und wir konnten den vom heutigen Russischen Zar, auch Präsidenten Wladimir Putin genannt, den wieder aufgebauten Konstantin-Plast, in der Vorbeifahrt bewundern. Hier wird in der nächsten Zeit das G-20 Gipfeltreffen stattfinden und jeder der 20 teilnehmenden Staatsoberhäupter darf sich auf eine eigene pompöse Unterkunft freuen.


MITTWOCH:
Da wir schon das Stadtzentrum und den Westen von Sankt Petersburg kennen gelernt hatten, stand heute die südliche Landschaft, mit ihren Palästen und Parkanlagen auf dem Programm.
Was der Peterhof im Westen an der Ostsee für die Zaren als Sommerresidenz war, war hier der Süden, mit seinen Wäldern und Parks, die vorgelagerte ländliche Palastvorstadt für die Zaren.
Zarskoje Selo oder Zarendorf heißt die Stadt, die mittlerweile 100.000 Einwohner hat und wohl eher dadurch bekannt ist, wenn man den Begriff „Bernsteinzimmer“ fallen läßt. Um dieses Zimmer, was einst König Friedrich Wilhelm I. im Austausch für 80 lange Kerls, Zar Peter der Große im Jahre 1717 schenkte, drehen sich noch heute die Geschichten und Legenden. Im zweiten Weltkrieg wurden alle Kunstschätze ins Großdeutsche Reich abtransportiert und seitdem ist das Originalzimmer verschwunden.
Seit 1979 bemühten sich Bernsteinmeister diesen Phoenix wieder aus der Asche zum Leben zu erwecken und seit dem 31 Mai 2003 ist dieses Zimmer der Öffentlichkeit zugänglich.
Die Faszination dieses Zimmers hat wohl jeden Besucher in seinen Bann genommen. Jedes noch so kleines Detail wurde liebevoll wieder hergestellt und man kann sich an diesen Kleinigkeiten gar nicht genug satt sehen.
Neben diesen Kleinigkeiten, kommen die großen Sachen aber auch zum Tragen. Allein der 80 m lange Große Saal, den unser alter bekannter Baumeister Rastrellis entworfen hat, glänzt neben verschiedenen Holz- und Goldarbeiten auch durch den perfekten Einsatz von Spiegeln, die die Räumlichkeit noch vergrößert.
Da war wieder dieses OOOOOOOOOOOOhhhhhh was uns die ganz Zeit begleitete. Nebenbei ist neben diesem Glanz der Ort auch dafür bekannt, das Rußlands bekanntester Dichter, Alexander Puschkin, hier 7 Jahre lang zur Schule gegangen ist.

Als ob dies für den heutigen Tag noch nicht genug war, ging es weiter zu dem 10 Km gelegenen Ort Pawlowsk. Katharina die Große hatte sich hier ein kleines Schloss zur Jagd errichtet, das dann ihr Sohn Paul zu diesem Palast umbauen ließ.
Was uns hier wohl am meisten beeindruckte, neben überall antreffenden ausgestatteten Räumlichkeiten, waren die Uhren, die sich hier versammelten. Jedes Zimmer war mindestens mit einer Standuhr oder Kaminuhr ausgestattet, die uns zu begeistern wußte. Christian, normalerweise bekannt als unser Vereins-Kassierer, durfte sich hier als Hof-Fotograph betätigen, denn durch die Bezahlung der Fotoerlaubnis, hatte er leider auch die Pflicht geerbt alles festzuhalten.
Uwe Strunz erteilte hier aber, der sonst sehr guten örtlichen Führung, zu der einen oder anderen Uhr, ein Veto und klärte die Funktion oder Art der Uhr auf, die ab und zu leider falsch beschrieben wurde.
Neben Schloss und Interieur, ist aber der andere Höhepunkt dieses Ort der weitläufige Landschaftspark. Hier wurde eine englische Gartenkunst mit kleinen Flüssen, Brücken und Pavillons präsentiert, die naturbelassen aussieht und wenn man nicht aufpaßt, sich in ihr auch ordentlich verläuft.

Vor die Wahl gestellt mit dem Bus oder zu Fuß zu unserem Abendessen im Restaurant „Powdworje“ zu gelangen, wählten wir den Spaziergang durch den Landschaftspark. Nach einer halben Stunde kamen wir an den Rand des Parks an, wo sich auch die Bahnstation nach Sankt Peterburg befindet. Nebenan befindet sich das Restaurant im typischen Russischen Blockhausstil und der entsprechenden Innenausstattung.
Hier wurden alle Russischen Klischees, im positiven Sinne erfüllt, von denen man bis jetzt gehört hatte. Rustikaler Stil und gute bäuerliche Küche wurde vorgefunden, begleitet von der gesungenen Russischen Musik mit der Balalaika.
Auch wie Man(n) und Frau richtig Wodka trinken sollte, wurde einem schnell beigebracht, nämlich nicht auf nüchternen Magen und immer mit einem Trinkspruch.
Leider verging dieses gemütliche Zusammensein viel zu schnell und wir befanden uns, ehe wir uns versehen konnten, auf dem Rückweg zu unserem Hotel, wo das Koffer packen angesagt war.


DONNERSTAG:
Der 9. Mai ist der Feiertag „Des Sieges über den Faschismus“ und kennzeichnet die Unterschreibung der Kapitulation des Großdeutschen Reiches in Berlin. Was man aus dem Fernseher in Moskau zu sehen bekommt, hatte man nun auch Gelegenheit direkt vor Ort in Sankt Petersburg zu erleben.
Der zeitliche Rahmen dafür war leider eng gesteckt, denn um 11:30 Uhr sollte die Abfahrt zum Flughafen sein und um 10:00 Uhr die Eröffnung auf dem Schlossplatz beginnen.
Also machte man sich gegen 09:00 Uhr in Richtung Schlossplatz auf und begegnete unterwegs einer wahren Völkerwanderung in dieser Richtung. Groß angelegte Absperrungen, die man nur mit Sonderausweis durchqueren konnte, erschwerten einem das Näherkommen an dem Ort der Veranstaltung. Die Seitenstraßen die man einsehen konnte waren schon angefüllt mit Soldaten und technisch-militärischem Gerät.
In einiger Entfernung zum Schlossplatz fand man dann ein Plätzchen und harrte mit der Menge aus.
Um 10:00 Uhr fuhren drei offene Jeeps auf den Schlossplatz und die Ansprache begann. Man hörte leider nur die laute Hurra, Hurra Antwort der versammelten Soldaten auf dem Platz und die fortschreitende Zeit zwang uns so langsam zur Umkehr. Denn auch jetzt noch strömten die Zuschauermengen in Richtung Schlossplatz und wir leider genau in die Gegenrichtung.

Pünktlich um 11:30 Uhr startete der Bus in Richtung Flughafen und wir konnten noch einmal die Stadt in der Vorbeifahrt bewundern. Am Flughafen angekommen brachte uns Irina wohlbehalten durch die vorderen Kontrollen und dann hieß es Abschied nehmen von einer Reiseleiterin, die wir sehr ins Herz geschlossen haben.
Danke Irina für deine Leidenschaft uns deine Heimatstadt Sankt Petersburg so liebevoll nahe zu bringen. Und auch ein Dankeschön an Serge, unser Busfahrer, der uns sicher und umsichtig in dieser Zeit gefahren hatte.

Die Maschine hob pünktlich in Richtung Frankfurt ab und gegen 15:00 Uhr betraten wir den Deutschen Flughafen in Frankfurt. Nachdem jeder sein Gepäck zusammen hatte, verabschiedete sich jeder auf einer anderen Reiseroute nach Hause.

Da swidanja – Du wirst uns in Erinnerung bleiben Sankt Petersburg.